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News-ID: 6612 Dienstag, 10. März 2020, ca. 13:00 Uhr
Bad Münder/ LK Hameln-Pyrmont/ Niedersachsen
Feuerwehr erhebt schwere Vorwürfe gegen Wasserversorge
Der Wasserversorger drohte während des Großbrands Helfern das Löschwasser abzudrehen

Während eines massiven Wohnhausbrands mitten im dicht bebauten Ortsteil Rohrsen am 10.03.2020 hat ein Mitarbeiter des örtlichen Wasserbeschaffungsverbands in der der Rettungsleitstelle Hameln/Pyrmont angerufen und mit dem Stopp der Löschwasserversorgung über das örtliche Wassernetz gedroht, sollte die Feuerwehr sich nicht an die vorgeschriebenen 43 Kubikmeter pro Stunde halten (ein Ausschnitt des dokumentierten Gesprächsprotokolls liegt uns vor).

 

Auch als die Einsatzleitung vor Ort den Mann noch einmal selbst anrief und ihm berichtete, dass gerade ein Gebäude in Vollbrand stehe und die umliegenden Häuser massiv gefährdet seien, bestand der Mitarbeiter offenbar weiterhin auf die Reduzierung der Wassermenge, da die Feuerwehr rund 40 Kubikmeter zu viel pro Stunde nutzen würden - und drohte dem stellvertretenden Stadtbrandmeister damit, die Wasserversorgung sonst KOMPLETT abzuschalten.

 

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Ehrenamtlichen bereits alle Hände voll zu tun, ein Übergreifen auf weitere Häuser in dem eng bebauten Ortsteil von Bad Münder zu verhindern - und nutzten deshalb zunächst mehrere Hydranten-Anschlüsse an das Trinkwassernetz im Ort.

 

Der Einsatzleiter vor Ort musste aufgrund der Drohung die Atemschutzträger aus dem Innenangriff abziehen, weil sie bei plötzlich ausbleibender Wasserversorgung in Lebensgefahr gewesen wären.

 

Erst nachdem alle 13 Ortsfeuerwehren der Stadt Bad Münder alarmiert und am Einsatzort waren, konnte eine rund 600 Meter lange Wasserversorgung zum Becken des örtlichen Freibads aufgebaut werden.

Der zuständige Bürgermeister der Stadt Bad Münder Hartmut Büttner (SPD) hat in einem Interview gegenüber unser Agentur Stellung genommen. Er betont, dass er sich mit allen Beteiligten an einen Tischsetzten will, damit sich so eine Situation nicht wiederholt.

Der zuständige Wasserverband wollte bislang nicht in einem Interview zu den Vorwürfen Stellung nehmen, hat aber schriftlich zu den Vorwürfen Stellung genommen. (STELLUNGNAHME liegt uns vor )

Im Ortsteil Rohrsen war am Dienstagmittag  eine Scheune in Brand geraten, die Flammen drohten auf das angrenzende Wohnhaus überzugreifen. Nachbarn und  vorbeifahrende Autofahrer warnten die beiden Bewohner (53&54 Jahre alt) gerade noch rechtzeitig. Nur unter massiven Wassereinsatz gelang es den über 100 Einsatzkräften vor Ort, ein Übergreifen der Flammen im letzten Augenblick zu verhindern. Die Brandursache ist noch unklar, die Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 70.000 Euro, verletzt wurde niemand.

 

 

Unsere Bilder und O-Töne:

 

 

- Totale der Einsatzstelle

-  Scheune in Vollbrand , Flammen schlagen aus Gebäude

- erste Einsatzkräfte treffen ein

- diverse Löscharbeiten

- Wasserschläuche werden vorbereitet und ausgerollt

- ungenutzte Hydranten

- Wasserentnahme am Schwimmbad

- lange Schlauchleitungen

- Bagger reißt Brandruine ein

- Feuerwehr betreut Anwohner

O-Töne und Antexter von Sebastian Gollin, stellv. Stadtbrandmeister der FW Bad Münder: Während der Löscharbeiten meldete sich der Wasserversorger bei der Leitstelle und teilte mit, wenn das das Löschwasser nicht gedrosselt würde, würde man das Wasser abstellen…für uns sehr schockierend.. musste über Maßnahmen nachdenken…bereits Löschmannschaften im Gebäude, zum Eigenschutz im ein C-Rohr dabei, ohne Wasser muss ich die Löschmannschaften sofort rausziehen… müssen mehr Wasser aus Leitung entnehmen, bitten um Verständnis bei Bürgern, dass es ggf. mal kurz kein Trinkwasser zur Verfügung steht…Vorwurf der Verkeimung ist nicht zutreffend, da wir Rückschlagventile einsetzen..habe persönlich mit Wasserversorger telefoniert und schilderte unsere Lage….Scheune im Vollbrand und droht auf Wohnhaus überzugreifen… Wasserversorger zeigte sich nicht einsichtig, bei Nichtreduzierung des Löschwassers wird abgedreht…Anwohner hörten Gespräch mit.. war nicht vermittelbar, dass wir ggf. Hab und Gut nicht mehr schützen können… Stadtbrandmeister hat mit Anzeige gedroht, falls Wasser abgestellt wird…Scheune im Vollbrand, Flammen drohten auf 2-3 Meter entferntes Wohnhaus überzugreifen, wollten Nachbargebäude schützen..brauchten daher große Mengen Löschwasser…Wasserversorgung über Schwimmbad sichergestellt

 

Neu:

 

- Außenandichten Rathaus Bad Münder

 

O-Töne und Antexter von Hartmut Büttner (SPD), Bürgermeister von Bad Münder: schildert Brandeinsatz…Scheune im Vollbrand….Feuerwehr konnte Übergreifen auf andere Gebäude verhindern…

Wasserbeschaffungsverband ist u.a. zuständig für Bereitstellung von Lösch- und Trinkwasser.. nimmt seine Aufgabe sehr ernst,,,gleichwohl komme ich zu der Bewertung , das bei solchen Einsätzen das Löschmittel Nr. 1-Wasser- zur Verfügung gestellt werden muss…um weiteren Schaden zu verhindern…Wenn es um Leben und Tod geht müssen alle Mittel genutzt…Sorge um Trinkwasser hat ebenfalls einen hohen Stellenwert…Abwendung für Leib und Leben hat jedoch Vorrang…Keine Weisungsgebundenheit durch die Stadt gegeben…Kein Vorwürf gegenüber den Feuerwehren…Situation muss aufgearbeitet werden und eine Klärung herbeigeschafft werden, damit sich solche Situationen nicht wiederholen.. extreme Einsatzsituation

 

 

- NewsID: 6716 ca. 40  min HD Rohmaterial ab sofort in vier Teilen  von unserem ftp-Server

  
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