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News-ID: 6453 Mittwoch, 24. Oktober 2018, ca. 07:00 Uhr
Steimbke und Sonnenborstel / LK Nienburg / Niedersachsen
Das Maß ist voll“ - Reizthema Wolf in Niedersachsen: Etwa hundert Teilnehmer bei Kundgebung vor Infoveranstaltung des Wolfbüros Niedersachsens
Weidetierhalter Otto Thieße äußert seine Sorgen und kritisiert die geplanten Schutzmaßnahmen

Gestern Abend informierte in Sonnenborstel das Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Steimbke die Weidetierhalter über geeignete Herdenschutzmaßnahmen und Förderungsmöglichkeiten durch das Land Niedersachsen und berichtet über aktuelle Wolfsvorkommen und Nutztierschadensfälle in der Region. Vor allem die empfohlene wolfssichere Einzäunung der Weiden wird von vielen Landwirten stark kritisiert, da diese andere Kulturfolger wie Fuchs oder Reh aussperren und des Weiteren keinen wirklichen Schutz vor dem Wolf darstellt. Der Landvolk-Kreisverband Mittelweser sieht die Landesregierung deshalb in der Pflicht, Wolfsrudel und Einzeltiere, die sich Siedlungen und Weiden nähern, endlich zu entnehmen oder zu vergrämen. Nach dem Motto „Das Maß ist voll“  rief Thomas Göckeritz (Vorsitzender des Kreisverbandes Landvolk Mittelweser e.V.)  Betroffene und Bürger des ländlichen Raums heute Abend auf, seine Mitglieder bei der Kundgebung zu unterstützen. Insgesamt kamen etwa 100 Teilnehmer zu der Versammlung am späten Dienstagnachmittag. Sie demonstrierten ihre Betroffenheit und Wut über die ihrer Meinung nach ökonomisch und ökologisch unsinnigen Wolfschutzzäune. Sie fordern mehr aktive Maßnahmen gegen den Wolf, denn mit „Vernunft“ ist ihm nicht mehr beizukommen, da er jegliche Scheu gegenüber dem Menschen und seinen Lebensraum verloren hat. Zumindest was das betroffene Wolfsrudel im Lichtenmoor betrifft.

Unsere Bilder und O-Töne:

TEIL 01 (22.10.):

  • Otto Thieße macht das Weidetor auf
  • geht mit Futtereimer zu seinen Galloway-Rindern auf die Weide
  • einige Galloway-Rinder essen aus dem Futtereimer
  • Otto Thieße schaut sich auf seiner Weide um
  • eingezäunte Heidschnucken, von Nachbarweide
  • diverse Einstellung von der einfachen Einzäunung der Weideflächen
  • Otto Thieße zeigt auf seinem Smartphone Überreste seines gerissenen Kalbes (beschreibt situativ)
  • weitere Schnittbilder
  • O-Ton von Otto Thieße (Landwirt und Weidetierhalter aus Steimbke/Wendenborstel) - sinngemäß: …wir halten Mutterkühe auf Naturschutzflächen, die zum größtenteils dem Staat gehört…pflegen die Fläche für  junge Wiesenvögel...5000qm pro Tier…der Wolf ist hier draußen mittlerweile ständiger Gast…hatten hier schon eine Attacke auf ein Kalb gehabt…habe nicht damit gerechnet, dass es uns auch psychologisch belastet…ich mache das nicht, um schnell Geld zu verdienen…fahre täglich zu Weide..ist der Höhepunkt des Tages…habe immer Angst dass etwas passiert…will aber nicht aufgeben…wir machen auch Vogelschutz…listet verschiedene heimische Vögel auf…Anzahl der Wölfe muss reduziert werden…kommt schon ins Dorf und hat ein Schaf im Stall gerissen…keine Attacken auf Menschen, aber die Gefahr besteht, dass der Wolf weiter die Scheu verliert wird und immer mehr Weidetier reißt, wenn wir ihm nicht Einhalt gebieten…der Wolf wurde schon immer bejagt…es ist auch nicht artgerecht, dem Wolf freien Lauf zu lassen…ich habe etwas 25 Hektar Fläche, wenn ich die einzäune, dann ist es für andere Tiere, wie Fuchs, Rehe, etc. kein Platz mehr und nicht mehr zugänglich…das möchte ich auch nicht…Wolfschutzzäune werden auch nur mit 80% Materialkosten bezuschusst, ohne die Arbeitskosten…ich habe fast 10 Kilometer an Zaun, das ist so nicht machbar…das mache ich nicht mehr in meinem Alter…zu viel Geld…Ich werde auch keine Wolfschutzzäune errichten und auch noch durch Mähen pflegen…Wolfspopulation muss reduziert und besser kontrolliert werden…je länger die Politik wartet, desto mehr Wölfe müssen in der Zukunft geschossen werden, wenn der Bestand nicht sofort reduziert wird…

 

TEIL 02 (23.10.):

 

  • Totalen vor dem Versammlungsort mit den Kundgebungsteilnehmern in Sonnenborstel
  • kleines Polizeiaufgebot vor Ort
  • Kleinkinder halten Plakat hoch “Ich habe Angst um meine Ziege Pit“ und „Wir wollen draußen spielen – ohne Angst“
  • Teilnehmer trillern laut in ihre Pfeifen
  • Tobias Göckeritz hält eine Rede mit Megafon
  • Teilnehmer im Gasthaus bei der Informationsveranstaltung des Wolfsbüro mit Videobeamer etc.
  • Bettina Dörr steht vorne und informiert, nimmt Fragen entgegen, etc.
  • O-Ton von Bettina Dörr (Pressesprecherin NLWKN - Wolfsbüro) - sinngemäß: …das Rudel „Rodewald“ wurde als 20tes Rudel in Niedersachsen festgestellt…es besteht ein großer Informationsbedarf, wir vom Wolfsbüro…haben eine Menge an Informationen und Lösungen anzubieten, wie man dem Wolf begegnet und wie man mit ihm umgeht, um die Herden zu schützen…Herdenschutzmaßnahmen…wir fördern zu 80% die Materialkosten z.B. ...haben eine Richtlinie von der Landesregierung…soll aber wohl irgendwann überarbeiten werden…
  • O-Ton von Tobias Göckeritz (Vorsitzender Landvolk - Mittelweser) - sinngemäß: …bin auch Weidetierhalter…demonstrieren hier…fordern aktives Wolfsmanagement und keine Lippenbekenntnisse…fordern Festlegung wie viele Wölfe hier heimisch sein dürfen…die überschüssigen Wölfe sind zu entnehmen, d.h. umzusiedeln, in Käfige zu stecken…mir egal….sind keine Jäger… bis zu tausende kilometerlange Herdenschutzzäune zu errichten macht kein Sinn bei großen Viehherden, weder ökonomisch noch ökologisch…macht vielleicht Sinn bei kleinen Schafherden…
  • O-Ton von Dr. Frank Schmädeke (MdL Niedersachsen, CDU) - sinngemäß: …bin im Umwelt- und Agrarausschuss des Landtages…diese Veranstaltung zeigt wie stark die  Betroffenheit hier mittlerweile ist…vor einem Jahr gab es hier in der Gegend nur ein Wolf…seit dem hat die Schadenshäufigkeit  zugenommen…handelt sich mindestens um zwei Wölfe und weitere Nachkommen…Herdenschutzzaun ist sicherlich eine Lösung, aber 1000 Kilometer Zaun zu errichten und ersetzten, sowie zu pflegen…Elektrozaun… ist nicht praktikabel…Wolfsrudel im Lichtenmoor ist sehr auffällig…hier sind besondere Maßnahmen erfordert…Vernunft hilft nicht…das Rudel muss meiner Meinung nach abgeschossen werden…
  • weitere Schnittbilder
  
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